EnEV – Die Grenzen sind erreicht!

Vielerorts wurde in den vergangenen Wochen über die Änderungen und teilweise drastischen Verschärfungen in der seit 08. Juli 2010 gültigen dritten Energieeinsparverordnung (EnEV) diskutiert. Die Änderungen der EnEV sind das Resultat der ehrgeizigen Klimaziele unserer Bundesregierung und innereuropäisch abgestimmt. Somit gelten einheitliche Normen und Auflagen. Aber sind die in der Verordnung vorgeschriebenen Richtwerte realistisch? Was bedeuten diese Zielvorgaben für den Handwerksmeister?

Die Expertenmeinung zur EnEV 2009 ist eindeutig!

Eine Studie, die vom Bundesverband Flachglas, dem Verband der Fenster- und Fassadenhersteller und dem Bundesverband Rollladen und Sonnenschutz in Auftrag gegeben wurde, stellt klar, dass die in der EnEV 2009 festgelegten Werte für den Wärmedurchgangskoeffizienten die Grenzen der Fenstertechnik erreicht haben. Insbesondere bei Gebäuden mit hohem Fensteranteil sind weitere Senkungen des U-Werts nicht mehr machbar, meint Prof. Dr. -Ing. Anton Maas, Leiter des Fachbereichs Bauphysik der Universität Kassel. Weitere Steigerungen der Effektivität lassen sich mit Blick auf die bereits beschlossene EnEV 2012 nur noch anlagentechnisch erreichen. So müssen zukünftig Wärmegewinne über transparente Bauteile sowohl im Sommer als auch im Winter stärker berücksichtigt werden. Bei Nicht-Wohngebäuden ist dies allerdings schwieriger.

EnEV 2012 – Welche Trends sind absehbar?

Mit Blick auf eine weitere Anforderungsverschärfung der Energieeinsparverordnung müssen Fensterbauer neue Technologien und möglicherweise auch Materialien entwickeln, um den U-Wert weiter senken zu können. Prof. Dr. Maas verweist besonders auf die Weiterentwicklung des 3-fach-Isolierglases. Allerdings macht Maas deutlich, dass weitere Auflagen nicht ausschließlich zu Lasten der Fenstertechnik gehen. Auch passive Kühlsysteme werden zukünftig in die Konzeption von Gebäuden einbezogen werden müssen. Das Entwicklungspotenzial ist auf diesem Gebiet sicher noch nicht ausgeschöpft. Bei diesen ehrgeizigen Zielen der politischen Führung dürfen allerdings auch nicht die Kosten außer Augen gelassen werden. Für aktuelle und zukünftige Immobilienbesitzer müssen bei einem Fensterwechsel oder beim Neubau „bezahlbare“ Fenster verfügbar sein.

Angesprochen auf die Problematik erklärt Peter Rathert, Leiter des Referates „Gebäude- und Anlagentechnik“ im Bundesbauministerium, dass diese Studien bekannt sind und in der Überarbeitung der EnEV 2012 einbezogen werden. Eine Unterschreitung des U-Werts von 0,8 W/m²K ist mit der heutigen Technologie nicht machbar.

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