Entwicklungen im Fensterbau: Kostenamortisation beim Fensterwechsel

Gute Nachrichten für den Fensterbau. In Deutschland gibt es noch genug Fenster, die während Sanierungsarbeiten ausgewechselt werden müssen. Laut einer Studie, welche durch den Verband für Fenster- und Fassadenhersteller e.V. und dem Bundesverband für Flachglas e.V. in Auftrag gegeben wurde, erfüllen in Deutschland gerade einmal 50% der Fensterflächen die gesetzlich festgelegten Energieeffizienzwerte.

Beurteilt man die Effizienz der Fenster anhand des Wärmedurchgangskoeffizienten, können nur die modernen Low-E-Fenster die in der EnEV 2009 festgelegten Grenzwerte erreichen. Mit Sicht auf die bereits absehbare Verschärfung in der EnEV 2012 werden die Grenzen im Fensterbau langsam aber sicher erreicht.

Aktuelle Untersuchungen zeigen, dass der Wärmedurchgangskoeffizient derzeit bei 1,2 bis 1,4W/m²K beträgt. Damit konnte der Fensterbau die Effektivität der Verglasung in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich verbessern.

Ein Fensterwechsel lohnt sich

Vielerorts werden Hochrechnungen angestellt, wann sich ein Fensterwechsel amortisiert. Grundsätzlich gehen Experten im Fensterbau bei der Berechnung von 3 Faktoren aus:

1) Preis eines neuen Fensters: Dieser ist je nach Rahmenmaterial unterschiedlich. Grundsätzlich sind Kunststofffenster und Holzfenster billiger als Aluminiumfenster. Eine 1,3 x 1,3 m Verglasung (=1 Fenstereinheit FE) mit Aluminiumrahmen kostet durchschnittlich mit Montage und Mehrwertsteuer ca. 660 EURO. Kunststofffenster dagegen nur ca. 370 EURO.

2) Aktuelle und erwartete Energiepreise: Die Preise sind in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Derzeit kostet 1 Liter Heizöl 0,65 EURO. Auch in den kommenden Jahren rechnen Experten mit einem weiteren Anstieg der Preise.

3) Zinsen und Inflation lassen sich nur schätzen, beeinflussen jedoch das Ergebnis erheblich. Für eine Berechnung wird mit einer Inflationsrate von 1,9% gerechnet.

Bei gleichbleibenden Energiepreisen zeigen Berechnungen der Fensterbau Branche, dass sich der Einbau neuer Kunststofffenster nach ca. 9 Jahren amortisiert. Bei Fenstern mit Holzrahmen wurde eine Dauer von 11 Jahren berechnet. Aluminiumfenster rechnen sich aufgrund der vergleichsweise hohen Anschaffungskosten nach 18 Jahren.

Damit zeigt sich, dass ein Fensterwechsel auch nach ökologischen Gesichtspunkten sinnvoll erscheint. Zumal der Fensterbauer bei heutigen Fenstern von einer Lebensdauer von ca. 30 Jahren ausgeht. Durch Schutzmaßnahmen (beispielsweise für Holzfenster) lässt sich die Lebensdauer zusätzlich erhöhen.

Die Studie der beiden Verbände zeigt, dass sich ein Fensterwechsel nahezu aufdrängt. Unternehmen im Fensterbau schauen allerdings schon gespannt auf die nächste Stufe im Kampf um niedrige Energiewerte.

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