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Fensterbau Essen: Zwischen Kruppstahl und Kulturhauptstadt

Essen ist mit seinen rund 580.000 Einwohnern nicht nur die viertgrößte Stadt Nordrhein-Westfalens, sondern eines ihrer industriellen Zentren. Neben Aldi-Nord und Schenker hat auch HOCHTIEF, der Hauptarbeitgeber der regionalen Fensterbauer, hier seinen Konzernsitz. Zusätzlich aber verbindet die Essener Handwerker seit einigen Jahren eine enge Beziehung zu den Strom- und Stahlgiganten des Gebiets:

Fensterbau und Unternehmerquartiere

1996 setzten die Fensterbauer Essens der RWE AG mit ihrem neuen Hauptverwaltungsgebäude ein modernes Denkmal: Die doppelte, zylinderförmige Glas-Fassade des 120 Meter-Hochhauses besticht zugleich durch revolutionäres Design und klimatische Innovation. 1998 wurde das Gebäude deshalb mit dem CIMMIT Immobilien Award ausgezeichnet.

Auch das ThyssenKrupp-Vorstandsgebäude „Q1“ spiegelt handwerkliche Leistung und Know-How wieder. Die riesenhafte quadratische Weißglas-Fassade ist wie ein Netz auf das torförmige Gebäude aufgespannt. Mehrere Schichten VBS-Glas sorgen für ein Gewicht von 500 Kilogramm. Trotz dieser enormen Fläche aber erhielten die Planer von der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen 2010 das Gütesiegel in Gold, da der Energieverbrauch des Baus bei 150 Kilowattstunden pro Quadratmeter im Jahr liegt und damit den angesetzten Verbrauch deutlich unterschreitet.

Kulturbauten und Wiederaufbau

Doch nicht nur durch industrielle Architektur, sondern auch durch zahlreiche Kirchen und historische Gebäude besticht die nordrhein-westfälische Metropole. Schließlich gehört Essen zum Projekt “RUHR – Kulturhauptstadt Europas 2010″.

Eine besondere Herausforderung für die regionalen Fensterbauer besteht bis heute in der Restaurierung der Innenstadt. Aufgrund seiner Waffenindustrie war Essen während des Zweiten Weltkrieges vorrangiges Ziel von Luftangriffen. 1943 zerstörten die Bombardements binnen einer Stunde die halbe Innenstadt, so auch  die berühmte Marktkirche. Nachdem man bis 1952 einen Teil ihres Kirchenschiffes wieder aufgebaut hatte, folgte erst kürzlich, im Jahr 2005, eine umfassende Erneuerung. Neben zahlreichen Essener Unternehmen ermöglichten private Spender die Finanzierung, sodass das Wahrzeichen 2006 wiedereröffnet werden konnte.

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