Pop-Art an Haus-Fassaden

Einheimische Wald- und Wiesenbewohner, die von Haus-Wänden fliegen oder springen – das halten Sie für grotesk? Der Berliner Stadtteil Weißensee beweist, dass ungewöhnliche Ideen zunehmend Bedeutung für die Architektur gewinnen. Verantwortlich für dieses und andere bunte Projekte zeichnet sich die Berliner spark::ling AG zusammen mit regionalen Fassadenbauern und dem Künstler Sergej Alexander Dott.

Auch Haus-Fassaden gibt es in diesem Stil ©winter birgit - pixelio.de

Auch Haus-Fassaden gibt es in diesem Stil ©winter birgit - pixelio.de

Vom Plattenbau zur Haus-Kunst

Am Berliner Obersteiner Weg zeigt das Architekten-, Handwerker- und Künstlerteam, wie man mit schwungvoll-kreativen Einfällen aus dunkel und eintönig hell und fröhlich macht.

Zu Beginn der Arbeiten war sie eine Wohnsiedlung aus den 1930er Jahren, die dringend nach einer Sanierung verlangte. Nun fliegt von einer pinkfarbenen Haus-Wand ein skulpturaler Vogelschwarm aus verschiedensten Baustoffen los. Daneben tummeln sich Fische. Hasen hoppeln über eine Wiese. Für viele Mieter am Anfang skurril. Doch schnell erkannte man, dass es sich um ein Privileg handelt, in diesem Kunstwerk wohnen zu dürfen. Der “Artworker” und seine Mitarbeiter sind keine Unbekannten: am Potsdamer Platz ließen sie bereits an Haus-Fassaden Riesenrosen wachsen.

Kunst am Haus gegen Abwanderung

Doch Berlin-Weißensee steht nicht mehr alleine da. Innerhalb kürzester Zeit zog das sächsische Zittau nach.

Die ostdeutsche Stadt leidet unter dem Problem akuter Abwanderung. Dies betrifft vor allem junge Menschen und Familien. Um diesem Negativtrend effektiv entgegenzuwirken, setzte die Stadt auf die Macht der Optik. Einem Plattenbau aus den frühen 80er Jahren sollte neuer Odem eingehaucht werden. Et Voila: Das sogenannte „Künstlerviertel Zittau“ erwachte zum Leben.

Es ist eines der größten Pop-Art-Kunstwerke Deutschlands, das vor allem von seiner avantgardistischen Fassade lebt. So verbindet ein großer, goldener Torbogen in Form einer DNA-Doppelhelix zwei Wohnblöcke über eine Distanz von 16 Metern miteinander und markiert gleichzeitig den Weg in die historische Altstadt. Die Haus-Fassaden verbildlichen in Form von Skulpturen und Reliefs die Verbindung des Menschen zur Natur. Das neue Künstlerviertel strotzt vor Leichtigkeit und Kreativität.

Bereits wenige Wochen nach Projektbeginn in Zittau erhielt das Unternehmen Anfragen nach Gewerberäumen von Jungunternehmern, die sich im Künstlerviertel niederlassen möchten. Die neue Mieterschaft ist gemischt und besteht aus Singles, Studenten und Kleinfamilien. Allen gemeinsam ist die Liebe zum neuen Haus. Auch Berlin wird bald wieder von der spark::ling AG und ihrem Team hören, denn das nächste Kunstprojekt ist bereits in Planung.

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