Sanierung von Neubaublöcken

Sowohl in den neuen, als auch in den alten Bundesländern existieren noch unzählige unsanierte oder teilsanierte Neubaublöcke. Die ersten Plattenbauten entstanden 1926 in Berlin. Die damals noch 2- bis 3-stöckigen Gebäude wurden aus Fertigplatten zusammengesetzt.

Nach 1950 wurde das Verfahren der Plattenbauweise weiterentwickelt und es entstanden die bekannten und überall verbreiteten Großsiedlungen. Die größten Anlagen konnten bis zu 100.000 Einwohner unterbringen.

Ein großer Nachteil dieser Bauweise ist, dass sämtliche Installationen, wie Leerrohre, elektrische Verbindungen, im Innern der Außenplatten verlegt werden. Das macht eine Sanierung deutlich schwieriger.

Sanierung und Aufwertung durch umfangreiche Umbaumaßnahmen

Teilweise bestehen die Außenplatten aus drei Schichten, wobei die Innere eine Schicht für die Wärmedämmung zuständig ist. Um diese erreichen zu können, müssen aufwendigen Sanierungsarbeiten ausgeführt werden.

Nach mehreren Jahrzehnten neigt sich auch die Lebensdauer der Außenfassaden dem Ende. Die Gebäude müssen dem aktuellen Stand der Technik angepasst werden. Gutachter müssen die Betonschichten bewerten, denn nur so macht eine Sanierung der Außenfassade Sinn. Dabei wird auch die Bau- und Geophysik überprüft. Durch den rückläufigen Wasserverbrauch steigt der Grundwasserspiegel in den Großstädten, wie beispielsweise in Berlin oder Hamburg. Das führt dazu, dass besonders die Kellergeschosse von Feuchtigkeit bedroht sind.

Einen weiteren Schwerpunkt bei der Sanierung der Plattenbauten ist die Beseitigung von Schimmel und anderen Krankheitserregern.

Die Optik entspricht nicht mehr dem modernen Städtebild und sicherlich nicht mehr den Erwartungen der Einwohner. Farbanstriche und umfangreiche Fassadengestaltungen müssen zwingend durchgeführt werden. Zu den erhöhten Mieteransprüchen zählen beispielsweise auch Balkone oder Terrassen, die an die Wohneinheiten angebracht werden müssen.

Durch ein übergreifendes Programm der Landesregierungen sollte bis 2009 jeder dritte Neubaublock der Abrissbirne zum Opfer fallen. Die verbliebenen Gebäude sollen durch eine umfangreiche Sanierung aufgewertet werden. Dafür wurden von Bund, Ländern und Kommunen 2,7 Mrd. EURO zur Verfügung gestellt, um den Wohnungsgenossenschaften zu helfen. Die Realität sieht anders aus.

Viel Arbeit für Fassadenbauer

Die Sanierung der Neubaublöcke gestaltet sich sehr schwierig. Nicht nur die Höhe der Gebäude bringt Fassadenbauer an ihre Grenzen. Auch der verwendete Stahlbeton erweist sich als harter Gegner. Weiterhin ist die Entsorgung von Asbestplatten oder der Abtransport der großen Fassadenplatten eine Herausforderung, der nur spezialisierte Firmen gewachsen sind.

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Eine Antwort auf Sanierung von Neubaublöcken

  1. sissi b. sagt:

    Nach 1950 wurde das Verfahren der Plattenbauweise weiterentwickelt und es entstanden die bekannten und überall verbreiteten Großsiedlungen.

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