EnEV – Welche Aenderungen gibt es?

Es ist amtlich! Seit 08. Juli 2010 ist die EU-Richtlinie zur Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden in Deutschland in Kraft getreten. Umfangreiche Neuerungen müssen beachtet und umgesetzt werden. Betroffen hiervon sind nicht nur Fensterbauer, sondern alle Handwerkszweige.

Energieeinsparverordnungen im Überblick

Die Energieeinsparverordnung (EnEV) wurde 2001 zum ersten Mal durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie aufgelegt und löste die bis dato gültigen Wärmeschutz- und Heizungsanlagenverordnungen ab. Dies hatte zum einen den Vorteil, dass durch die Berücksichtigung der Anlagentechnik nicht mehr die Nutzenergie, sondern die an der Gebäudegrenze übergebene Endenergie entscheidend ist. Zum anderen wurde der sogenannte Primärenergiefaktor in die Energiebilanz aufgenommen, so dass Energieverluste durch Transport, Umwandlung und Gewinnung berücksichtigt werden. Dadurch war es möglich, eine schlechte Wärmedämmung durch eine gute Anlagentechnik auszugleichen. Weiterhin wurden auch Anforderungen an den sommerlichen Wärmeschutz integriert, wodurch auch Solaranlagen berücksichtigt wurden.

Die erste Version des EnEV trat am 01. Februar 2002 in Kraft und wurde durch die EnEV 2004 ersetzt. Durch die Neuaufstellung der EG-Richtlinien zur Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden wurden diese Vorgaben weiter verschärft und gelten europaweit seit dem 01. Oktober 2007. Darin wurden besonders folgende Punkte verändert:

  • die Anforderungen an Nichtwohngebäude
  • die Einführung von Energieausweisen
  • die Berücksichtigung alternativer Energieversorgungssysteme
  • die Inspektionen von Klimaanlagen
  • die Behandlung des sommerlichen Wärmeschutzes

Gegenüber der Energiesparverordnung von 2007 wurden die Auflagen in der EnEv 2009 weiter verschärft. Bei Neubauten wurden die Anforderungen an den Primärenergiebedarf um weitere 30% sowie Transmissionswärmeverlust um 15% erhöht. Das Referenzgebäudeverfahren wurde auch auf Wohngebäude ausgedehnt. Zusätzlich wurde ein neues Bilanzierungsverfahren für Wohngebäude auf Grundlage der DIN V 18599 in die EnEV integriert. Dadurch fällt zukünftig das vereinfachte Jahres-Heiz- und Primärenergiebedarf-Verfahren für Wohngebäude weg. Auch der Wegfall der 76%-Regel für Gebäude ohne Berechnungsgrundlage wurde geregelt. Ein viel diskutierter Punkt war die Einführung von privaten Nachweispflichten für Nachrüstungen, die auch stichprobenartig überprüft werden sollten. So müssen beispielsweise Änderungen an Außenbauteilen, Dämmungen für Geschossdecken, Dächer und Wasserleitungen nachgewiesen werden. Speziell Handwerker wie Fensterbauer, Maurer und Schreiner müssen sich den neuen Herausforderungen der EnEV 2009 stellen.

Letztendlich bleibt festzuhalten, dass die Anforderungen für Wohn- und Nichtwohngebäude in der EnEV 2009 deutlich erhöht wurden und in einigen Bereichen an die wirtschaftlich machbaren oder material-technischen  Grenzen stoßen. Damit bildet die Energieeinsparverordnung 2009 eine wichtige Grundlage zur Erreichung der Klimaschutzvorgaben der Bundesregierung.

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