Klassifizierung der Brandschutzverglasung

Brandschutzverglasung wird meist im Innenausbau von Gebäuden eingesetzt. Sie hat die Aufgabe, das Ausbreiten von Flammen, Rauch und Hitze zumindest temporär so zu verhindern, so dass den Menschen genügend Zeit zur Flucht verbleibt.

Brandschutzverglasung, mehr als nur Glas

Brandschutzverglasung im Innenausbau

Brandschutzverglasung im Innenausbau - © barunpatro by stock.xchng

Brandschutzverglasung kommt nicht nur bei Fenstern und Türen zum Einsatz. In der modernen Architektur wird Glas vermehrt als transparente Wand eingesetzt. Dadurch können Räume freundlicher und heller gestaltet werden.

Unter dem Begriff Brandschutzverglasung wird allerdings mehr als nur das Glas verstanden. Bei der Verglasung handelt es sich um ein komplettes System. Es nützt nichts, wenn im Brandfall das Glas an sich rauchundurchlässig ist, die Dichtung jedoch nicht. Daher werden bei der Brandschutzverglasung auch der Rahmen, das Befestigungsmaterial und die Dichtungen in das System einbezogen.

Brandschutz-Baustoffklassen und Feuerwiderstandsklassen

Nicht jedes Glas darf für eine Brandschutzverglasung verwendet werden. Es muss bestimmte Eigenschaften erfüllen, die in der DIN 4102 festgeschrieben sind. Grundsätzlich werden alle Materialien in sogenannte Brandschutz-Baustoffklassen eingeteilt. Die generelle Einteilung erfolgt in nicht-brennbare (Klassifizierung A) und brennbare Stoffe (Klassifizierung B). Zu den brennbaren Elementen zählen im Allgemeinen Glasfaser- und Gipskartonplatten, Korkerzeugnisse, Kunststoffe und Holz. Dabei wird eine weitere Unterteilung in leicht (B1), normal (B2) und schwer entflammbar (B3) vorgenommen.

Die nicht-brennbaren Substanzen entsprechen der Klassifizierung A und werden aufgrund ihrer organischen Struktur in die Klassen A1 und A2 eingeteilt. A1 umfasst alle Stoffe, welche keine oder nur geringe organische Elemente enthalten. Hierzu zählen Sand, Ton, Kies oder Beton. Beinhalten die Stoffe oft organische brennbare Bestandteile, werden sie in die Brandschutz-Baustoffklasse A2 eingeteilt. Beispiele hierfür sind einige Glas- oder Mineralfaserprodukte.

Für die Brandschutzverglasung spielt besonders die Feuerwiderstandsklasse eine Rolle. Sie unterteilt Bauteile in die Klassifizierungen „feuerhemmend“, „hochfeuerhemmend“, „feuerbeständig“, „hochfeuerbeständig“ und „höchstfeuerbeständig“. Die Einteilung erfolgt anhand der Zeit, in der das Bauteil im Bandfall noch seine Funktion erfüllt. Brandschutzverglasung wird unter der Rubrik F, G oder T geführt. Systeme der Kategorie F sind rauch- und flammendicht und schützen vor der Hitzeentwicklung. Brandschutzverglasung der Klasse G verhindert den Flammen- und Brandgasdurchtritt, unterbindet allerdings nicht die Hitzeausbreitung und in der Kategorie T wird die Brandschutzverglasung für Türen bewertet.

Dieser Beitrag wurde unter Fenster und Fensterrahmen, Türen und Türrahmen veröffentlicht. Setzen Sie ein Lesezeichen auf den Permalink.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>